Vanmoof S2 erwacht

Im Prinzip war dann plötzlich Sommer – im Februar: blauer Himmel, warmer Sonnenschein, fast zwanzig Grad C. Vor einer Woche lag noch überall Schnee herum, jetzt gibt’s Eis nur noch im Becher und mit Erdbeersoße. Zeit, mein Fahrrad aus dem Keller zu hieven, mein S2 von Vanmoof.

Jedenfalls schrauben die Nachbarn fleißig an ihren Fahrrädern herum, wechseln Schläuche aus und pumpen Reifen auf. Einer macht alles komplett neu, ist damit den ganzen Tag beschäftigt. Ich hab es wesentlich einfacher: Mein Rad ist in einem guten Zustand, der Luftdruck ist in noch Ordnung und der Rahmen nur ein bisschen staubig.

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Auf Schritt und Tritt

Die Geißel des schreibenden Stubenhockers ist das Sitzen. Der Rücken wird krumm und die Gelenke werden morsch. Was dagegen tun? Aufstehen und in Bewegung geraten! Eine Woche lang habe ich mir vorgenommen, täglich 10.000 Schritte zu gehen oder zu laufen. Ich hatte am Montag und Dienstag versehentlich diese Marke überschritten und dachte: Die restlichen fünf Tage schaffe ich doch auch noch. Es war allerdings erstaunlich anstrengend, besonders am Sonntag.

Murrend um die Häuser

Zehntausend Schritte sind ganz schön viel, das ist ganz schön weit, nämlich sieben bis neun Kilometer. Diese Distanzen bin ich nie ab Stück gelaufen, ich musste mich mindestens zweimal am Tag aufraffen und eine Rund gehen oder durchs Gestrüpp joggen. Abends saß ich schon fast auf dem Sofa, als mir einfiel, dass noch 2000 Schritte fehlen. Also ging ich – leise murrend – vor die Tür und umrundete die Häuserblöcke, als wäre ich mit meinem unsichtbaren Hund unterwegs. (Der würde Natascha heißen und manchmal schnappen.)

Gut zu Fuß: Mindestens 10.000 Schritte pro Tag ergeben 75.285 Schritte in der Woche.

Am Sonntag bin ich losgerannt und durch den Stadtwald gejoggt. Ich wollte in kurzer Zeit möglichst viele Schritte sammeln. Nur kommt Google Fit mit dem Laufen nicht so gut klar – am Ende der Tour hatte ich erstaunlich wenig Schritte auf dem Tacho. Oder die App ist so klug und zählt beim Laufen größere Schritte1. Ich nehme an, dass beim normalen Gehen die Schrittlänge kürzer ist als beim Laufen. (Usw.) Jedenfalls flanierte ich dann auch am Sonntagabend meine «sinnlose Runde» durch den Stadtteil, um die fehlenden Schritte abzulatschen. Es war kalt, weil der Wind von vorne wehte. Es war dunkel und vor allem langweilig. Hätte ich doch einen echten Hund, mit dem ich über Luhmanns Systemtheorie quatschen könnte.

  1. Genau genommen liest die App ja nur den Bewegungssensor im Handy aus und interpretiert die erfassten Daten. Wahrscheinlich ist das sogar ziemlich genau (und ich hätte einfach eine Extrarunde joggen müssen).

Alles nur ausgedacht

Die täglichen 10.000 Schritte sind übrigens Quatsch und basieren keineswegs auf wissenschaftlichen Studien. Die willkürliche Zahl stammt aus der Werbung, alles nur ausgedachtes Marketing. Es würden wohl auch 7500 Schritte am Tag ausreichen, sagen einige Studien. Andere gehen davon aus, dass 10.000 sogar zu wenig sind. Nichts genaues weiß man nicht. Ich jedenfalls habe mein Tagesziel erst einmal reduziert, auf 7500, damit ich motiviert bleibe, mich täglich zu bewegen.

Flitterwochen am Tegernsee

Der Fahrer ist völlig wahnsinnig und lebensmüde. Rasant steuert er den Linienbus durch den Ort, pest dann über die Landstraße. Eigentlich gilt hier 80, aber er fährt 320. Wie im Videospiel, wie bei GTA. Nebenbei telefoniert er mit Mama, hört Musik, lernt Vokabeln, raucht Pfeife. In Bad Wiessee fährt er an einer Haltestelle vorbei, eine Frau regt sich sofort und lautstark auf: «Hallo? Ich will hier raus!» Der Fahrer raunt: «Warte doch!». Bringt das schwerfällige Fahrzeug abrupt zum Stehen. Der Bus steht jetzt schräg hinter der Haltestelle, halb auf der Straße, einigermaßen im Weg. Die Türen gehen zischend auf, die Frau hüpft hinaus. Jemand hupt. Alltag hier draußen.

Die Busse am Tegernsee fahren selten, manchmal nur stündlich, dann aber gleich zwei hintereinander. Wieso die Buslinien vier Ziffern haben, bleibt mir ein Rätsel. Es gibt nur zwei, drei Linien – und eben keine 9000. Egal, der 9559 braust davon und wir stehen im Regen. Unser Ziel an diesem Tag: das Mangfallblau, ein ultraschickes Fabrikrestaurant in Gmund. Dort gibt es hübsch angerichtete Speisen, die hervorragend schmecken. (Ansonsten dominiert am Tegernsee die deftige Küche. Würste, Braten, Käse – so etwas.)

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Drei Berlin-Tipps

Ein Wochenende in Berlin: bestes Wetter, viel Sonne und angenehme Temperaturen. Hier drei Dinge, die mich außerdem begeistert haben.

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