Raucher im Restaurant nerven – und anderswo auch. Eine wütende Abrechnung mit dem Laster der anderen.
Sommer, die Sonne ballert. Im Restaurant draußen zu sitzen, ist herrlich! Aber dann raucht leider einer, ein pummeliger Mann steckt sich eine an. Saugt gierig an der Fluppe. Pustet den Qualm in die Luft. Und er raucht noch eine und noch eine – Kettenraucher am Nebentisch. Der Burger schmeckt nach Asche, die Pommes auch, alles schmeckt nach Asche. Zigarettenqualm in der Nase und in den Augen. Aber der eine, der ist glücklich, weil er raucht, raucht, raucht. Sein Feuerzeug klickt wie leer geschossen.
Fick den Kettenraucher am Nebentisch
Als ich klein war, fuhr ich bei Opa im Benz mit. Er am Steuer, über rote Ampeln rauschend und viel fluchend. Neben ihm auf dem Beifahrersitz saß seine Lebensgefährtin, eine Art Ersatz-Oma oder Zusatz-Oma. Sie also im Benz auf dem Beifahrer, sie also Fluppe an, Fluppe in der Hand, Fluppe im Maul. Rauchen im Auto, während der ganzen Fahrt, eine nach der anderen. Diese braunen Stinker; diese schlanken Glimmstängel.
Da saß sie vorn und rauchte, obwohl ich hinten saß. Ich war zehn und atmete durch den Mund. Sie öffnete dann immerhin das Fenster, aber nur einen Spalt. Es regnete rein, die dicken Tropfen zerplatzten auf dem Armaturenbrett. Das Rauchen hat ihr Spaß gemacht – und ihr den Tod gebracht. Löchrige Lunge, ein schwarzer Klumpen, und dann war endgültig Schluss. C’est la fucking vie.
Ich hasse euer Laster, das euch den Tod bringen wird
Mutti raucht auch. «Der Rauch zieht immer zu dir», sagte sie früher immer und wedelte mit der Hand den Qualm durch die Luft. Brachte nur nichts, es stank trotzdem. Immer dieser grässliche Geruch in der Nase. Kann ich nicht ausstehen. Dieser beschissene Gestank.
Jeder Raucher, jede Raucherin, die mich mit ihrem Rauch belästigen: Fuck you very much, ich hasse euer Laster abgrundtief. Und wie ihr eure Zigarettenstummel einfach auf den Boden fallen lasst. In den Sand, in den Sandkasten (sic). Als gehöre euch die Welt. Glimmende Stummel, die Waldbrände auslösen und das Grundwasser vergiften. Euch völlig egal, mir schon klar. Sollense sich doch woanders hinsetzen, wenn’s stört!
Einmal, das war beim Dorfgriechen, habe ich eine Raucherin höflich gebeten, doch bitte einige Minuten zu warten, denn das Essen stand dampfend vor uns. Was hat diese Frau sich aufgeregt! Rücksicht ist ein heikles Thema für die Süchtigen. Nichtraucher dürfen nicht viel erwarten in diesem Land, das seine Raucher und Autofahrer schützt wie eine aufgebrachte Entenmutter.
Der Kettenraucher am Nebentisch (der Teufel soll ihn holen), er könnte ja sehen, dass wir unser Essen bekommen und er könnte beschließen, zehn Minuten lang zu warten. Das macht er aber nicht. Er zündet sich sofort wieder eine an. Inhaliert. Pustet den Rauch in die Luft. Erzählt, dass er gerade Krankengeld bekommt, dieser pummelige Mann am Nebentisch. Der Tod wird ihn holen.