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Antirauschen —
Ein persönliches Blog

Flitterwochen am Tegernsee

Der Fahrer ist völlig wahnsinnig und lebensmüde. Rasant steuert er den Linienbus durch den Ort, pest dann über die Landstraße. Eigentlich gilt hier 80, aber er fährt 320. Wie im Videospiel, wie bei GTA. Nebenbei telefoniert er mit Mama, hört Musik, lernt Vokabeln, raucht Pfeife. In Bad Wiessee fährt er an einer Haltestelle vorbei, eine Frau regt sich sofort und lautstark auf: «Hallo? Ich will hier raus!» Der Fahrer raunt: «Warte doch!». Bringt das schwerfällige Fahrzeug abrupt zum Stehen. Der Bus steht jetzt schräg hinter der Haltestelle, halb auf der Straße, einigermaßen im Weg. Die Türen gehen zischend auf, die Frau hüpft hinaus. Jemand hupt. Alltag hier draußen.

Die Busse am Tegernsee fahren selten, manchmal nur stündlich, dann aber gleich zwei hintereinander. Wieso die Buslinien vier Ziffern haben, bleibt mir ein Rätsel. Es gibt nur zwei, drei Linien – und eben keine 9000. Egal, der 9559 braust davon und wir stehen im Regen. Unser Ziel an diesem Tag: das Mangfallblau, ein ultraschickes Fabrikrestaurant in Gmund. Dort gibt es hübsch angerichtete Speisen, die sehr gut schmecken. (Ansonsten dominiert am Tegernsee die deftige Küche. Würste, Braten, Käse – so etwas.)

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In Berlin

Ein Wochenende in Berlin: bestes Wetter, viel Sonne, angenehme Temperaturen. Hier drei Dinge, die mich außerdem begeistert haben.

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In Hamburg

Schon erstaunlich, wie schnell die Fahrt nach Hamburg ging: Hab kaum einen Artikel in der Zeit gelesen, schon erreichte der ICE die Hansestadt. Ich schaute aber auch lange aus dem Fenster, verplemperte also Zeit anstatt sie zu lesen. Ausstieg in Fahrtrichtung rechts. Wir schwammen durchs Gewusel und gelangten ans Licht. Bestes Wetter, herrlich warm – Hamburg zeigte sich von seiner schönsten Seite, nur die vielen Baukräne störten das Bild.

Koffein im Blanco Coffee

Freitag, der letzte Julitag. Uns blieben zwei Stunden, um durch St. Georg zu streifen und die Lange Reihe entlang zu flanieren. Späte Kaffeepause im «Blanco Coffee» (Instagram), mit Glück einen Tisch ergattert, direkt an der Straße. Busse brummten vorbei und Autos und schrille Vespas. Die Sonne schien immer schöner, warmes Licht flutete die Stadt. Hamburg im Sommer habe ich noch nie erlebt, sonst immer nur Kälte und Dunkelheit und Regen. Ich aß einen köstlichen Cheesecake (5 Sterne) und schlürfte Flat White (4 Sterne). Die Frau am Nebentisch lauschte unserem Gespräch, obwohl es gar nicht spannend war.

Radfahrer rauschten vorbei, Kleider flatterten im Fahrtwind. Menschen genossen die Leichtigkeit, das Wetter, ihren Feierabend. Gelöste Stimmung überall, verliebte Paare, gestresste Eltern. Ein Spitz schnupperte den Beton ab, ein anderer Hund bat Fremde um fressbare Spenden. Jemand rauchte, jemand hustete. In solchen Momenten fällt es mir leicht, mich in ein Leben in Hamburg zu fantasieren. («Hannover ist auch schön», muss ich dann wie ein Mantra wiederholen, «Hannover ist auch schön.»)

Dry Ramen bei Momo

Freunde versprachen uns das beste Ramen der Stadt, das sollte es in der Schanze geben. Also gingen wir am Abend zu «Momo» (Website) in der Margaretenstraße. Ein gemütlicher Ort, geschmackvoll eingerichtet und erstaunlich groß. Die Toiletten waren mit japanischem Zeitungspapier tapeziert – viel besser als Raufaser! In der Karte entdeckten wir etwas, das sich «Dry Ramen» nannte: Ramen ohne Brühe – perfekt für den Sommer, fanden wir, und bestellten. Ich entschied mich für Abura Soba mit Hühnchen und Onsen-Ei (5 Sterne). Als Vorspeise: Edamame mit Meersalz (5 Sterne) und Kimchi (4 Sterne). Alles lecker, lecker! Leider waren wir dann zu satt, um ein Matcha-Eis nachzuschieben. Beim nächsten Mal!

Wein im Vineyard

Samstagabend, wir sind hungrig von einer Waldwanderung. Von Wein habe ich keine Ahnung, obwohl ich vor einer Weile an einem Winzerabend teilgenommen hatte. Das erlernte Wissen war jedoch flüchtig, eine Auffrischung ist nötig. Glücklicherweise wussten die Angestellten im «Vineyard» (Website) bestens Bescheid: Auf Empfehlung tranken wir zwei Weißweine, der erste trocken und trüb (4 Sterne), der zweite süß und fruchtig (4 Sterne). Passend dazu vernaschten wir Bruchschokolade (3 Sterne).

Alles ein bisschen teuer, aber schmackhaft, zum Beispiel der Brotteller mit Antipasti und Ziegenfrischkäse (5 Sterne) oder die Flammkuchen mit Chutney und noch mehr Ziegenkäse (4 Sterne). Das Vineyard ist hauptsächlich ein Fachgeschäft, das eine riesige Auswahl bietet. Meine Güte, so viele Weine, so viele Geschmacksrichtungen – so viel zu erkunden. Doch so wenig Zeit: Schon war wieder Sonntag, Tag der Abreise. Mit dem Bus zum Dammtor, mit dem ICE nach Hannover. Da ist es auch schön, ja, aber eben nicht ganz so schön wie in der Hansestadt.

DIY: Dielen abschleifen

Unter dem Laminat, da lag tatsächlich: ein Dielenboden! Eines Tages, nachdem wir monatelang über den Boden geschlurft waren, trauten wir uns. Hoben im Flur das Laminat vorsichtig an, und nahmen schließlich einzelne Bretter heraus. Da lagen sie zu unseren Füßen, alte Holzdielen voller Farbflecken und Dreck, getränkt in Ochsenblut. Früher malten die Leute ihre Dielen rot an – warum, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, warum jemand hässliches Laminat auf einen schönen Holzboden verlegt.

Klar war: Das Laminat muss weg! Spontan beschlossen wir, den kompletten Boden herauszureißen – das ging erstaunlich schnell und einfach. Der Zustand der langen Holzdielen war glücklicherweise in Ordnung: keine Löcher, kein Holzwurmbefall, keine Wasserflecken. Nur im Türrahmen zum Schlafzimmer hatte es irgendwann einmal hässliche Ausbesserungsarbeiten gegeben. Die Dielen gingen dort in zerbröselten Gips über. (Wir setzten dort ein neues Kiefernbrett als Türschwelle ein, verklebten es mit etwas Silikon.)

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