Antirauschen.
Ein persönliches Blog

Wenn das Firmware-Update am Kabel scheitert

Firmware-Updates kosten Zeit und nerven. Besonders ärgerlich, wenn sie an einer Banalität scheitern – zum Beispiel an einem falschen Kabel.

Mir fiel ein, dass ich die Firmware von meiner Kamera aktualisieren könnte, von meiner Alpha 6300 der Marke Sony. Denn tatsächlich: Es gab längst eine neuere Version, ein brandneues Firmware-Update. Also stöpselte ich die Kamera via USB an meinen Mac und legte los. Ich musste zwei Dateien herunterladen und die eine in die andere ziehen und so weiter. Der Vorgang war etwas seltsam und erschien mir unnötig komplex, aber das ist typisch für Sony: allein das Kameramenü!

Jedenfalls funktionierte es nicht – die Software behauptete, dass keine Kamera angeschlossen wäre. Seltsam. Ich fragte Google, was zu tun sei und die allmächtige Internet-Göttin verriet mir, dass es sicherlich am USB-Kabel liegen würde. Ich habe die Kamera nämlich mit irgendeinem Kabel angeschlossen. Ist doch völlig egal, dachte ich. Aber nein, nein, schrieb die Hilfeseite von Sony. Nur das Originalkabel vermag ein Update zur Alpha zu transportieren, Sie Dummerchen!

Update nur mit Markenkabel

Ich war zwar nicht so recht überzeugt, schließlich ist USB-Kabel USB-Kabel, aber ich machte mich auf den Weg in den Keller. Dort vermutete ich das Kabel, denn es lag nicht in meiner Kabelschublade und auch nicht in meinem Kabelkarton – blieb also nur der Kabelkeller. Ich verabschiedete mich von meiner Frau und den imaginären Hunden, schulterte meinen Rucksack und machte mich auf den beschwerlichen Weg. Mindestens drei Wochen würde die Reise dauern. Rückkehr: ungewiss. Ich übernachtete im Freien, unter dem endlosen Sternenhimmel; ich hörte die Wölfe heulen und die Schildkröten gurren. Ein Sturm zog auf, die Zeltwand flatterte und tobte wütend im Wind. Die Nächte waren düster und kalt. Es regnete viel.

Die Nächte waren düster und kalt. Es regnete viel

Ich kam im Keller an. Erleichtert. Ich hatte überlebt. Doch wo ist das Sony-Kabel? Im Karton der Sony, vermutete ich. Und wo ist der Karton? Vielleicht da? Nein. Da? Nein. Da? Nein. Vielleicht in einem anderen Karton? Womöglich. Ich suchte und suchte. Und endlich fand ich den Karton in einem Karton in einem Karton in einem Karton. Das Kabel, es lag dort wirklich. Ich nahm es an mich und machte mich auf den Rückweg.

Gundula führt die Hunde

Der Aufstieg dauerte einen Monat. Meine Frau hatte mich inzwischen für tot erklärt und die imaginären Hunde hatten ein neues Alphatier gefunden. (Es hieß Gundula.) Ich setzte mich an den Mac und schloss die Sony mit dem heiligen Kabel an. Die Software beglückwünschte mich und die Firmware wurde erfolgreich übertragen1. Als ich die Kamera anschließend anschaltete, merkte ich keinen Unterschied.

  1. Mit meiner X100T der Marke Fujifilm ging das Update viel leichter: Ich lud eine obskure Datei aus dem WWW herunter, kopierte sie auf eine formatierte SD-Karte und schob diese in die Kamera. Ich musste sie starten und dabei DISP gedrückt halten und den Anweisungen auf dem Display folgen. Das war’s, ich konnte mein Leben weiterleben. Einkaufen, arbeiten, schlafen.