Die erste Woche der Kita-Eingewöhnung ist geschafft. Ich verbrachte täglich drei Stunden in der neuen Kita, las vor, saß herum oder wurde ein wenig geärgert. Ich habe mit Autos gespielt, mit Knete geknetet oder war im Tobe-Raum. Ich mag den Tobe-Raum nicht; ich hasse ihn sogar. In dem Raum dürfen Kinder toben. Sie sind also laut, sehr laut; es ist verrückt. Ich stehe da am Rand, weil ich den lieben Sohn begleite. Stets halte ich mich in seiner Nähe auf, manchmal sitze ich weiter entfernt, manchmal muss ich ganz nah bei ihm sein, während er die Kita erkundet und die Kinder kennenlernt.
Im Tobe-Raum spielen sie gerade Löwen. Laute Löwen, ohrenbetäubend brüllende Löwen. Ich wäre gern am Strand, würde auf dem warmen Sand liegen und in den Himmel starren. Das Rauschen des Meeres wäre zu hören – uaarrr, der Löwe zerfleischt eine Antilope. «Die ist dann tot», kommentiert ein Kind.
Die Antilope ist tot
In der Kita gibt es viele Regeln zu lernen. Ich habe da auch keinen Überblick, ich bin auch schwer damit beschäftigt, die Namen der Kinder zu lernen, was mir nicht leichtfällt. Ich verwechsle alle und kann mir so manchen Namen schlicht nicht merken. Es muss eine Krankheit sein, die mich daran hindert, dass ich weiß, wie dieses Mädchen da heißt. Die Kinder erzählen mir viele Dinge, na ja, mich interessiert das nicht so recht, aber ich täusche Interesse vor und stelle Anschlussfragen. Ich möchte aber nicht zu beliebt sein; bin doch nur temporär hier!
Der andere Vater hingegen geht all in. Er spielt und tobt und albert herum; er scheint großen Spaß zu haben. Glaube aber, dass er etwas übertreibt und in Ratgebern zur Kita-Eingewöhnung sicherlich steht, dass man sich als Vater lieber etwas zurückhalten sollte, aber was weiß ich schon? Bin müde, bekomme einen Kaffee. Die erste kleine Trennung folgt: Ich muss nun einmal auf die Toilette.