Auszeit in der Heide

9. September 2026 · Steinhorst

Ein Ort ohne Menschen, hier stehen nur große Häuser und an den Zäunen hängen die Warnschilder: «Vorsicht vor dem bissigen Hund!» Die hört man auch bellen, ein Dackel regt sich auf, will das Anwesen verteidigen. Das bisschen Hund. Sonst ist in diesem Ort, der Räderloh heißt und zu Steinhorst gehört, niemand. Also: Wir sind hier. Übernachten im Haus von Frau F., die gern fotografiert (aber nicht sehr gut). Wir wohnen für ein Wochenende hier, um zu entspannen. Morgens ist es erstaunlich kalt, am Freitag regnet es. Wir frühstücken auf der Terrasse. Ich bin froh, dass mich keine Wespe sticht.


Der Italiener im Nebenort ist mittelmäßig (4 Sterne bei Google, aber viele 1-Sterne-Kritiken). Wir haben einen Tisch für neun Personen reserviert. Als wir ankommen, fehlt jedoch ein Stuhl, ein Platz. Ob wir einfach den kleinen Tisch dazustellen können? Nein, das geht nicht! Dann quetscht euch an den einen Tisch, schlägt die Frau vor, die dort arbeitet. Wir murren – und bekommen schließlich doch den zweiten Tisch dazu, es entsteht eine lange Tafel. Es ist nämlich doch nicht so voll geworden, wie die Frau zuvor behauptet hatte.

Auf einem anderen Tisch liegen ihre Privatsachen herum, nun ja, das Problem war also keines. Das Essen ist einigermaßen gut, aber nicht sensationell (und zu salzig). Ich mag die Atmosphäre hier nicht, fühle mich anfangs nicht so recht willkommen, aber es gibt kaum Alternativen hier draußen. Wir warten fast eine Stunde aufs Essen: Lasagnen und Pizzen. Ich trinke ein Bier, Wasser und eine hausgemachte Zitronenlimo (die aber köstlich war). Der liebe Sohn kocht derweil in der Spielküche – immerhin er hat großen Spaß! Lobenswert, dass dieses Restaurant an die Kinder denkt. In der Nähe der Spielküche sitzt ein Herr, allein und schweigend, nur schauend, nicht lesend oder schlafend.


Im Kiefernwald frage ich mich, ob der eigentlich künstlich angelegt worden ist. Ja, wurde er, weiß Google. Interessant, denke ich und marschiere weiter. Der Boden ist voller Moos und Sand. Es ist wieder niemand zu sehen. Nur wir sind hier. Auch mal schön.