Dienstag, 9. Juni

9. Juni 2026

Im Hintergrund brummt und klappert das Müllauto. Ein Autoalarm alarmiert die Gegend und ein paar Vögel zwitschern aufgeregt. Dienstag, weiß-grauer Himmel; später soll es regnen. Auf dem Gehweg lungern Leute und starren wie Zombies in ihre Handys. Speichel läuft aus ihren Mündern. Sie fühlen nichts mehr. Vorbei am Café an der Ecke, das von Straßen umzingelt ist. Überall Autos, die hupen. Hier sitzen und die Kakofonie der Stadt genießen. Es gibt hier auch eine Eisdiele, einen Rewe, einen Bäcker. Die Ecke ist trotzdem nicht schön. Kein Klein-Paris. Woanders gibt es einen Platz, auf dem es sich aushalten lässt: Seltsame Leute spielen hier Boule; aber schweigend. Die großen Bäume rascheln im Wind. Da ist auch eine spanische Bar, die tagsüber geschlossen ist. Abends öffnet sie, und der Platz wirkt etwas lebendiger, aber nie so richtig. Nicht so wie in Spanien, wo sie nach Feierabend die Plätze bevölkern, laut quatschen und sich noch einen Espresso reinkippen. Ich überlege, dass das Café, die Eisdiele und der Bäcker diesen Platz bevölkern müssten. Das würde viel besser passen. ¶ Und auch: Arbeit. Schreiben. Recherchieren, lesen und verstehen. Zwischendurch fragt der Leader: «Wieso, wieso, wieso?» Ich formuliere tausend Antworten, lösche aber alles und denke mir den Rest. Es ist besser so, es ist sinnlos wie so vieles. Kommunikation ist so eine Sache, ich denke an die vier Ohren, an: Man kann ja nicht nicht kommunizieren. Ich habe aber keine Lust, zu kommunizieren. ¶ Nachdem Regen übernimmt die Sonne wieder die Herrschaft über den nun blauen Himmel. Die Kirche bimmelt, ding, dong. Der Abend bricht an, der Dienstag neigt sich ganz allmählich seinem Ende entgegen.