S7 Wannsee

Berlin. In der S7 sitzen zwei Frauen, die eine ist dick, die andere hat bunte Haare. Ihnen gegenüber sitzt ein junger Mann mit Kinnbart und schwarzen Klamotten. Sie überlegen gemeinsam, wohin sie heute Abend noch gehen könnten. Die Frauen feiern gern, während der Mann lieber allein Bier trinkt.

«In Berlin beginnt das Wochenende bereits am Donnerstag», sagt Kinnbart. Heute ist Mittwoch, deswegen sei vielleicht nicht so viel los. «Es könnte auch Probleme bei den Türstehern geben, wegen meiner Weste.»

Tatsächlich sieht er mit der Weste aus wie ein Söldner, der gerade aus dem Dschungel kommt, die schwarze Kapuze macht’s nicht besser. Krieger sind auf den Tanzflächen Berlins nicht gern gesehen.

Eine Weile schweigen sie.

«Gut, ich könnte mich natürlich auch umziehen», fällt dem Söldner ein, «daran soll’s nicht scheitern.»

Die Frauen wissen auch nicht so richtig, was sie wollen. Tanzen? Sitzen? Trinken? Der Mann will sicherlich nur ins Bett, zusammen mit den beiden, wenigstens aber mit der einen. Das wird aber nichts, ahnen die anwesenden S-Bahn-Passagiere.

Sie einigen sich schließlich, dass sie einfach in eine Bar gehen werden.

«Ich bin aber pleite», gesteht der junge Mann.

«Kriegen wir hin», verspricht die Frau mit den bunten Haaren und der Söldner nickt.