Bald ist Ostern. Deshalb gibt es beim Bio-Bäcker süße Osterhasen zu kaufen, also Gebäck in Hasenform. Die Frau vor mir stellt viele Fragen zu dem Produkt: Wie lange es hält und welche Zutaten es enthält. Die Verkäuferin beantwortet geduldig, während ich genervt in meinem Auge herumwühle. Auf der Fahrradfahrt hierher war mir ein Getier ins Auge geflogen, dort ist es nun drin; am Augapfel klebt es. Ich hasse das. Es ist ein Ritual, auf dem Weg nach Hause bei dieser Bäckerei anzuhalten, um Brot oder Brötchen zu erwerben sowie das ein oder andere süße Teilchen. Das ist doch ein normales Verhalten, sehr erwachsen, nicht wahr?
WeiterlesenBeim Biobäcker hängt an der Kasse ein Zettel, den ich monatelang übersehen habe – wahrscheinlich wegen einer milden Form von Bannerblindheit, die ich mir im Internet eingefangen habe. Nun hat mich aber meine Frau auf diesen Aushang aufmerksam gemacht, darauf steht geschrieben: «Wir lieben Bargeld.» Man freue sich, wenn die liebe Kundschaft nicht mit Karte zahlt, sondern mit klingender Münze.
Ich zahle nie bar, nur wenn ich unbedingt muss. Und leider muss ich oft genug. Ich habe eigentlich kein Bargeld anbei, trage nur einen Notgroschen in Scheinform am Leibe, versteckt in meinem Portemonnaie. Meistens ist das ein 50er, weil Geldautomaten nicht wissen, dass es auch 20er gibt. Ein Kleingeldfach hat mein Portemonnaie nicht, das macht die Sache mit dem Rückgeld schwer; die Münzen klimpernd dann in meiner Hosentasche oder kullern im Rucksack herum.
Eine Million Euro in Centmünzen
Es ist bei mir sogar so, dass ich gezielt Bäckereien aufsuche, die Kartenzahlung ermöglichen, um mein Vollkornbrot zu bezahlen. Ich habe nämlich keine Lust auf Münzen – ich hasse sie abgrundtief. In der Wohnung gibt es eine Kiste, in der knapp eine Million Euro in Centmünzen lagern. Jemand müsste diese Kiste mal zur Bank schleppen, die Kiste wiegt aber 3,5 Tonnen, so viel wie ein SUV. Die Kiste steht im Schrank, dort soll sie für immer bleiben.
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