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Antirauschen —
Ein persönliches Blog

Vanmoof S2 erwacht

Im Prinzip war dann plötzlich Sommer – im Februar: blauer Himmel, warmer Sonnenschein, fast zwanzig Grad C. Vor einer Woche lag noch überall Schnee herum, jetzt gibt’s Eis nur noch im Becher und mit Erdbeersoße. Zeit, mein Fahrrad aus dem Keller zu hieven, mein S2 von Vanmoof.

Jedenfalls schrauben die Nachbarn fleißig an ihren Fahrrädern herum, wechseln Schläuche aus und pumpen Reifen auf. Einer macht alles komplett neu, ist damit den ganzen Tag beschäftigt. Ich hab es wesentlich einfacher: Mein Rad ist in einem guten Zustand, der Luftdruck ist in noch Ordnung und der Rahmen nur ein bisschen staubig.

Das Hauptproblem, wie immer: Der Akku ist leer. Seit Februar 2019 hab ich das S2 von Vanmoof, ein E-Bike, dessen Motor und Batterie gut verborgen sind. Es hat mich schon einige Male kirre gemacht, deshalb würde ich es nicht nochmal kaufen1. Einigermaßen ärgerlich fand ich, dass der Nachfolger – das S3 – offenbar alle Probleme des S2 behoben hat. Wie beim iPhone, ey.

  1. Wobei das Fahren schon echt viel Spaß macht! Aber die Bremsen quietschen und die Kette schrabbelt. Außerdem ist Automatikschaltung wirklich seltsam konfiguriert und schaltet gefühlt immer einen Schnuff zu spät. (Beim S3 hat Vanmoof das wesentlich verbessert.) Die App erfasst nur selten meine Fahrten, deshalb weiß ich nie, wie weit ich gefahren bin. Tragisch! Leider wurde im Oktober 2020 der «US-Modus» entfernt, soll heißen, das Rad fährt nur noch 25 km/h. Vorher fuhr es 7 km/h schneller – und das hat schon Bock gemacht, wenngleich es in Deutschland total illegal war. Na gut, die Wahrheit ist: Wenn ich das S2 nicht hätte, hätte ich mir das S3 gekauft!

Jedenfalls lade ich den Akku auf, also das Ladegerät macht das. Das dauert ein paar Stunden. Dann will ich losfahren, ein bisschen durch den Wald düsen und Kinder überfahren. Äh, ich meine Hunde: Hunde überfahren. Äh, Senioren. Senioren will ich überfahren. Was?

Das Rad hat sich aufgehängt, die Steuerung ist eingefroren

Ich schleppe das Rad raus an die frische Luft, stelle es auf die Straße. Menschen sagen: «Es ist so mild heute, toll.» Ich setze eine Sonnenbrille auf und mich aufs Rad. Und … nichts passiert. Der Motor will nicht. Und wieso leuchtet das Licht immer noch – es ist doch total hell hier! Das Rad hat sich aufgehängt, die Steuerung ist eingefroren. Das Display zeigt auch nix an. Vom vergangenen Frühling weiß ich: Das LED-Display lässt sich easy zurücksetzen, das geht mit der Vanmoof-App. Die will sich zunächst nicht mit dem S2 verbinden, weil ihr das Akku-Management von meinem Handy nicht gefällt? Hm, ok.

Vanmoof S2
Das S2 von Vanmoof ist schon eine Diva: Manchmal geht das Rad einfach nicht an oder es geht während der Fahrt plötzlich aus. Manchmal will das Licht nicht leuchten, manchmal hört es nicht auf, fröhlich zu strahlen. Das Fahren macht trotzdem Spaß!

Reset mit App

Der Reset-Counter zählt, 30 Sekunden muss ich warten. Doch auch danach: nix. Nochmal und nochmal, aber es hilft nicht. Das Rad will heute nicht. Hat keine Lust. Will schlafen. Noch fünf Minuten! Kann man nicht auch das ganze Fahrrad zurücksetzen? Ach ja, kann man. Hab nur vergessen, wie das geht. Also muss ich mir ein Video angucken, das zeigt, wo sich der kleine Nippel befindet, den ich eindrücken muss, um das Rad zurückzusetzen. (Ich bin zwar in unserem Keller, aber doch im WLAN. Also klappt das Videogucken sehr gut.) Der Nippel ist vorne am Lautsprecher. Das Rad startet neu und tatataaaa, es springt an, fährt, wie es soll2. Los geht’s: Ab in den Wald, Omas umfahren!

  1. Als ich das S2 noch täglich nutzte, um zur Arbeit zu fahren und es jeden Abend an den Strom hängte, machte es keine größeren Probleme. Nur wenn es eine Weile ungenutzt herumsteht, zickt es beim Aufwecken. Nach einer gewissen Zeit fällt das Rad nämlich in eine Art Tiefschlaf, aka in den Batteriesparmodus. Vanmoof erklärt: «Willst du den Batteriesparmodus beenden, musst du lediglich das Ladekabel mit dem Rad verbinden oder den Reset-Knopf drücken.»