Wenn das Firmware-Update am Kabel scheitert

Firmware-Updates kosten Zeit und nerven. Besonders ärgerlich, wenn sie an einer Banalität scheitern – zum Beispiel an einem falschen Kabel.

Mir fiel ein, dass ich die Firmware von meiner Kamera aktualisieren könnte, von meiner Alpha 6300 der Marke Sony. Denn tatsächlich: Es gab längst eine neuere Version, ein brandneues Firmware-Update. Also stöpselte ich die Kamera via USB an meinen Mac und legte los. Ich musste zwei Dateien herunterladen und die eine in die andere ziehen und so weiter. Der Vorgang war etwas seltsam und erschien mir unnötig komplex, aber das ist typisch für Sony: allein das Kameramenü!

Jedenfalls funktionierte es nicht – die Software behauptete, dass keine Kamera angeschlossen wäre. Seltsam. Ich fragte Google, was zu tun sei und die allmächtige Internet-Göttin verriet mir, dass es sicherlich am USB-Kabel liegen würde. Ich habe die Kamera nämlich mit irgendeinem Kabel angeschlossen. Ist doch völlig egal, dachte ich. Aber nein, nein, schrieb die Hilfeseite von Sony. Nur das Originalkabel vermag ein Update zur Alpha zu transportieren, Sie Dummerchen!

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Auf Schritt und Tritt

Die Geißel des schreibenden Stubenhockers ist das Sitzen. Der Rücken wird krumm und die Gelenke werden morsch. Was dagegen tun? Aufstehen und in Bewegung geraten! Eine Woche lang habe ich mir vorgenommen, täglich 10.000 Schritte zu gehen oder zu laufen. Ich hatte am Montag und Dienstag versehentlich diese Marke überschritten und dachte: Die restlichen fünf Tage schaffe ich doch auch noch. Es war allerdings erstaunlich anstrengend, besonders am Sonntag.

Murrend um die Häuser

Zehntausend Schritte sind ganz schön viel, das ist ganz schön weit, nämlich sieben bis neun Kilometer. Diese Distanzen bin ich nie ab Stück gelaufen, ich musste mich mindestens zweimal am Tag aufraffen und eine Rund gehen oder durchs Gestrüpp joggen. Abends saß ich schon fast auf dem Sofa, als mir einfiel, dass noch 2000 Schritte fehlen. Also ging ich – leise murrend – vor die Tür und umrundete die Häuserblöcke, als wäre ich mit meinem unsichtbaren Hund unterwegs. (Der würde Natascha heißen und manchmal schnappen.)

Gut zu Fuß: Mindestens 10.000 Schritte pro Tag ergeben 75.285 Schritte in der Woche.

Am Sonntag bin ich losgerannt und durch den Stadtwald gejoggt. Ich wollte in kurzer Zeit möglichst viele Schritte sammeln. Nur kommt Google Fit mit dem Laufen nicht so gut klar – am Ende der Tour hatte ich erstaunlich wenig Schritte auf dem Tacho. Oder die App ist so klug und zählt beim Laufen größere Schritte1. Ich nehme an, dass beim normalen Gehen die Schrittlänge kürzer ist als beim Laufen. (Usw.) Jedenfalls flanierte ich dann auch am Sonntagabend meine «sinnlose Runde» durch den Stadtteil, um die fehlenden Schritte abzulatschen. Es war kalt, weil der Wind von vorne wehte. Es war dunkel und vor allem langweilig. Hätte ich doch einen echten Hund, mit dem ich über Luhmanns Systemtheorie quatschen könnte.

  1. Genau genommen liest die App ja nur den Bewegungssensor im Handy aus und interpretiert die erfassten Daten. Wahrscheinlich ist das sogar ziemlich genau (und ich hätte einfach eine Extrarunde joggen müssen).

Alles nur ausgedacht

Die täglichen 10.000 Schritte sind übrigens Quatsch und basieren keineswegs auf wissenschaftlichen Studien. Die willkürliche Zahl stammt aus der Werbung, alles nur ausgedachtes Marketing. Es würden wohl auch 7500 Schritte am Tag ausreichen, sagen einige Studien. Andere gehen davon aus, dass 10.000 sogar zu wenig sind. Nichts genaues weiß man nicht. Ich jedenfalls habe mein Tagesziel erst einmal reduziert, auf 7500, damit ich motiviert bleibe, mich täglich zu bewegen.

Gedanken zur Nikon Z5

Wenn Nikon neue Kameras vorstellt, schaue ich immer interessiert hin. Ich bin zwar kein Fanboy, habe Nikon aber immer gemocht. Nun hat der japanische Hersteller eine neue Systemkamera vorgestellt: die Z5 (Produktseite). Sie ist eine günstigere Variante der Z6 und Z7, die es bereits eine Weile zu kaufen gibt. Hier und da ist von einer «Einsteigerkamera» zu lesen, was ich aber für Quatsch halte: Ein Einsteiger würde doch keine 1850 Euro für eine Z5 ausgeben und auch nicht gleich mit dem Vollformat beginnen. Eventuell liege ich aber falsch: Nikon selbst bezeichnet die neue Kamera auch als «FX-Einstiegskamera» (und als «Katalysator», was auch immer das bedeutet).

Meine erste digitale Spiegelreflexkamera war eine Nikon D50, die ich im Sommer 2006 für 579 Euro erwarb. Auch sie galt als Kamera für Einsteiger, deren größere Schwester die D70 war. Mir hat, glaube ich, nie eine wichtige Funktion gefehlt – außer vielleicht ein beleuchtetes Schulterdisplay.

Teurer Aufstieg

Als ich Geld als Volontär und Redakteur verdiente, gönnte ich mir zuerst die Ricoh GR und etwas später doch wieder eine Nikon, die D7100. Letztere schleppte ich 2014 durch Amsterdam und war einigermaßen genervt. Es war der letzte Urlaub, in dem mich eine Spiegelreflex begleitete – diese Kameras sind einfach zu schwer und zu laut, wenngleich das Fotografieren mit ihnen am meisten Spaß macht. Aber unbeschwert mit einer kleinen Ricoh GR durch Lissabon zu laufen, ist eben auch eine tolle Erfahrung.

Das Vollformat fand ich jedoch immer faszinierend und reizvoll. Warum, weiß ich nicht genau; vielleicht ist das alles nur Marketing. Sind Vollformat-Fotos wirklich so viel besser, brillanter und detailreicher als die Fotos, die ein APS-C-Sensor einfängt? Ist das Vollformat den hohen Aufpreis wert? Teuer ist der Spaß nämlich: Wenn ich zum Beispiel die Z6 erwerben und ein ordentliches (!) Objektiv dran schraube würde, kostete das 3350 Euro (1450 Euro fürs Gehäuse + 1900 Euro fürs Objektiv). Es geht natürlich günstiger: Die 50mm-Festbrenntweite zum Beispiel kostet «nur» 470 Euro; mein Favorit wäre wohl das 35er für 750 Euro. (Die neue Z5 wird es zunächst nur als Kit für 1850 Euro geben. Der Preis wird aber sicherlich sinken.)

Uff. All das wäre relevant, wenn ich 1.) unbedingt ins Vollformat einsteigen und 2.) unbedingt eine Nikon erwerben wollte. Bei beidem bin ich mir sehr unsicher, weil ich die Bilder, die eine ältere X100T liefert, einfach am schönsten finde. Außerdem ist mein Smartphone ein ordentlicher Ersatz für eine ausgewachsene Kamera geworden. (In den Urlaub aber ganz ohne richtige Kamera fahren? Das kann ich mir noch nicht vorstellen.) Wird fortgesetzt …

Flickr vs. Google Maps

Vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass ich seit 15 Jahren bei Flickr angemeldet bin – bei dieser Foto-Plattform, die eine Weile ganz cool war, nun aber nicht mehr so sehr, weil es ja Instagram gibt.

Flickr hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich: 2004 gegründet, 2005 von Yahoo gekauft und 2018 wieder verkauft, an SmugMug, die nun seit einer Weile versuchen, die Plattform zu retten. Ob das gelingen wird, ist noch offen. Hoffnungslos ist die Angelegenheit sicherlich nicht.

Allerdings hatte ich vor einigen Monaten meinen Pro-Account gekündigt. Den hatte ich mehr als 10 Jahre lang und zahlte jedes Jahr brav 24 US-Dollar. Regulär kostet Flickr Pro inzwischen bis zu 7,49 Euro im Monat. Billiger wird es bei längerer Bindung, aber meinen alten Spottpreis werde ich niemals mehr bekommen. Jetzt warte ich erst mal ab, was bei Flickr passiert und investiere das eingesparte Geld in diverse Kuchen.


Pling, ich bekam eine E-Mail von Google. Das Unternehmen beglückwünschte mich, weil meine Fotos in Google Maps einen neuen Rekord erzielt hätten: Insgesamt 1.000.000 Views hätten die Bilder erreicht. «Glückwunsch zu dieser tollen Leistung», schrieb Google – danke! Mein erstes Essensfoto habe ich im September 2016 bei Google Maps veröffentlicht; zu sehen ist ein mächtiger Mohnkuchen mit Sahne, verspeist in Niendorf, im «Café Strandvilla». Der Kuchen war köstlich.

Ich wollte sodann wissen, wie viele Views meine Bilder bei Flickr wohl erreicht haben und schaute nach: 130.000 Aufrufe in 15 Jahren. Mein erfolgreichstes Foto bei Google Maps hat allein 411.796 Aufrufe erreicht. Echt schade, dass ich dafür kein Honorar kriege.

Es sind natürlich auch Bilder, die für sehr viele Nutzer wirklich interessant sind. Ich selbst schaue mir bei Maps gern Speisen an, ehe ich irgendwo einkehre. Dieses Verhalten war vor Jahren womöglich noch verpönt, heute machen das nur meine Großeltern nicht. Aus diesem Grund schauten sich dann eben 50.000 Leute einen Pfannkuchen an, den ich fotografierte. Eventuell hat aber auch ein einzelner Mann das Foto 50.000-mal aufgerufen. Wie dem auch sei, es sind schon erstaunliche Zahlen1.

  1. Klar, die Zahlen sind eigentlich auch egal. Was Flickr mal ausgemacht hat, war die aktive und lokale Community. Die ist längst weg und woanders. Hin und wieder bekomme ich noch eine Mail, weil ein Flickr-User ein Bild von mir «als Favorit gespeichert» hat. Darüber freue ich mich dann kurz – und lösche die Nachricht und scrolle sinnlos und endlos durch Instagram.